22. Junioren-Hallenfußballturnier

Turnierergebnisse vom 16.-17.01.2016

C-Junioren

8 Mannschaften

D-Junioren

8 Mannschaften

E-Junioren

10 Mannschaften

F1-Junioren

8 Mannschaften

F2-Junioren

8 Mannschaften

Auf dem Platz sind alle gleich

Obereisenbach sz Das Ergebnis von 5:1 hat am Ende niemanden interessiert. Viel wichtiger war nach dem Einlagespiel zweier Weltauswahlmannschaften beim Empen Optik Cup das Lachen in den Gesichtern der sechs- bis zehnjährigen Jungs, die ganz offensichtlich allesamt mächtig viel Spaß auf dem Fußballplatz hatten, egal ob Gewinner oder Verlierer. „Integration durch Jugendfußball“ hatte sich der SV Tannau auf die Fahnen geschrieben – und am Sonntag zwischen den beiden F-Juniorenturnieren in der Mehrzweckhalle Obereisenbach Kinder aus Syrien, Irak, Afghanistan, Polen, Bosnien, Serbien, Spanien und Deutschland miteinander kicken lassen.

Mit ihrer Weltauswahl-Idee haben Melanie Katzenmaier, Jugendleiterin des SV Tannau, und Turniersponsor Sven Empen offenbar voll ins Schwarze getroffen. Schon als Lehrerin Dorothea Fünfgeld den Schülern der internationalen Vorbereitungsklasse an der Schillerschule (auch „Weltklasse“ genannt) die Idee mithilfe von Bildern vermittelte, war die Begeisterung riesengroß. Richtig aufgeregt seien die Flüchtlingskinder dann gewesen, als Mitglieder des SV Tannau sie am Sonntag an der Stadhalle abholten. „Die waren sowas von heiß“, erzählt Sven Empen und lacht. Und Melanie Katzenmaier ergänzt: „Man hat richtig gemerkt, wie die sich freuen, wieviel Lust auf Bewegung die hatten.“ Berühungsängste? Fehlanzeige. Sprachbarrieren? Überbrückbar, gegebenfalls mit Händen und Füßen.

Auch die Coaches haben Spaß

Mit stolz geschwellter Brust liefen dann schließlich 19 Kinder aus acht Nationen zur Champions-League-Hymne aufs Spielfeld, in gesponserten roten und grünen Weltauswahl-Trikots und in geliehenen oder geschenkten Turnschuhen. Die Begeisterung im Spiel war so groß, dass die Trainer bisweilen selbst aufs Spielfeld rennen mussten, um ihre Spieler einzufangen, wenn sie Auswechslungen vornehmen wollten. Schließlich sollten alle mal drankommen. Fürs „Coaching“ hatte Sven Empen vom VfB Friedrichshafen den ehemaligen Volleyball-Nationalspieler Max Günthör und Erfolgstrainer Stelian Moculescu gewonnen. Dass beide fast genauso viel Spaß hatten wie die kleinen Kicker, war kaum zu übersehen.

„Ich kenne Stelu schon sehr lange, aber so habe ich ihn noch nie gesehen, mit einem Lachen, wie man es von ihm eigentlich gar nicht kennt“, erzählt Empen. Was vielleicht auch damit zusammenhängen mag, das Moculescu sich aufgrund seiner eigenen Lebensgeschichte ganz gut in die Flüchtlinge hineinversetzen kann. Schließlich war er selbst mal einer. 1972 hatte er sich als rumänischer Nationalspieler nach den Olympischen Spielen in München abgesetzt, bleib in Deutschland und musste sich integrieren.

Der Sport hat ihm dabei ganz sicher geholfen, und der Sport sollte auch in Obereisenbach völkerverbindend und integrierend wirken. Was sich letztendlich daraus entwickelt, bleibt abzuwarten, die Rückmeldungen, die Melanie Katzenmaier bisher erhalten hat, waren aber allesamt positiv. „Das hat sich wirklich gelohnt“, sagt sie deshalb. Vielleicht komme ja der eine oder andere Flüchtlingsjunge künftig regelmäßig zum Training, und vielleicht habe der Kontakt zwischen Einheimischen und Asylsuchenden auch zum besseren gegenseitigen Verständnis geführt. Das gilt auch für Katzenmaier selbst. Im Dezember hatte man ihr mitgeteilt, dass sie sich für ihre im Sommer in Wolf-egg geplante Hochzeit einen anderen Veranstaltungsort suchen müsse, weil genau dort nun Asylbewerber untergebracht sind. „Alles war geplant, alles war bezahlt. Natürlich wussten wir, dass die Flüchtlinge nichts dafür können und sich das nicht ausgesucht haben, aber die persönliche Stimmung war trotzdem erstmal negativ“, sagt sie. Mit dem vergangenen Wochenende habe sich das komplett geändert.

Tatsächlich messbar ist der monetäre Erfolg des Turniers. Durch Spenden, Sponsoren und den Erlös einer Tombola, für die der FC St. Pauli als offizieller Unterstützer des Turniers Trikots und Bälle zur Verfügung gestellt hatte, sind insgesamt 2000 Euro zusammengekommen, die in Lernspiele für die Tettnanger Weltklasse investiert werden sollen.

Quelle: Artikel der Schwäbischen Zeitung vom 19.01.2016